Ausdauersport ohne Kohlenhydrate? Das geht doch gar nicht!

Genau diesen Satz habe ich schon sehr oft hören müssen. Spätestens, wenn Ihr auf einen Sportler trefft und ihm begeistert von LowCarb berichtet, geht das große „Ja aber“ los. „Bei mir funktioniert das nicht, ich brauche die Kohlenhydrate als Treibstoff beim Sport!“

Dann schaltet doch einfach auf eine andere Antriebsart um und wechselt den Kraftstoff.

Ich hätte es selbst nie für möglich gehalten. Seit meinem zwölften Lebensjahr beschäftige ich mit Ausdauersport, vor allem Laufen. Man hat uns von allen Seiten geradezu reingeprügelt, dass wir sehr kohlenhydratbetont und fettarm essen müssen, um Leistung zu bringen. Wo sollte sie sonst herkommen? Nachdem ich mich anfänglich weitergebildet hatte und mich auf meinen ersten Marathon vorbereitete, wusste ich zwar theoretisch, dass ich die Carbs nicht brauche, einen kompletten Verzicht habe ich dennoch nicht gewagt. Und so rannte ich bei den langen Trainingsläufen und dann auch beim Marathon durch die Gegend und hatte immer genügend „Treibstoff“ in den Hosentaschen. „Ich falle sonst um!“, so dachte ich und stopfte bereits am Vorabend Nudeln, Kartoffeln und andere hochgelobte Energieträger in mich rein. Und ich weiß, dass viele Sportler und Sportinteressierte so denken und alleine deshalb die Finger von LowCarb lassen.

Die Initialzündung kam durch etwas Anderes. Die handelsüblichen Gels, Riegel und Energiegetränke, die mir verhelfen sollten, „nicht umzufallen“, schmeckten allesamt grausam und verursachten mitunter bei mir einen ausgeprägten Würgereiz. Da ich keine Alternativen sah, konnte die Erkenntnis also nur lauten: weg damit. Fortan war ich voll und ganz in der LowCarb-Materie drin. Und siehe da: ich fiel dennoch nicht um! Schritt für Schritt steigerte ich Distanz und Intensität und gewöhnte meinen Körper an den „neuen“ Treibstoff. Mittlerweile beträgt meine längste ohne herkömmliche Energie gelaufen Strecke 125 km. Umgefallen bin ich bislang immer nocht nicht. Ich habe meinen Körper einfach sukzessive einer Gewöhnung unterzogen. Erst ein paar Kilometer, dann ein paar mehr, dann ein Halbmarathon, dann ein langer Lauf…

Irgendwann wusste ich , dass ich jede Strecke ausschließlich aus der Fettverbrennung heraus laufen kann. Eine Leistungsdiagnostik nebst Spiroergometrie am renommierten Olympiastützpunkt Innsbruck hat mir dies wissenschaftlich bestätigt.

Günstigstenfalls beginnt Ihr Eure NoCarb-Laufkarriere mit Nüchternläufen am frühen Morgen.

Das kostet zusätzlich Überwindung und trainiert Euch auch gleichzeitig im Kampf mit Eurem „inneren Schweinehund“. Das gilt noch mehr für Diejenigen unter Euch, die mit zusätzlichem Ausdauersport eine Gewichtsabnahme forcieren möchten. Für Euch gilt ganz besonders: lasst unbedingt die Carbs vor dem Training weg. Nicht umsonst ist die Aussteigerrate sehr hoch bei denen, die glaubten, mit Laufen abzunehmen. Und dann gibt man frustriert wieder auf, weil kein Gramm Fett der Quälerei zum Opfer gefallen ist. Wenn Ihr Euch aber vorher mit leicht verwertbarer Energie – Kohlenhydrate bzw. Glucose ist die für den Körper am leichtesten zu verwertende Energieform – vollgestopft habt, wird von Euren Fettreserven (und davon hat jeder genug, auch ich!) kein Gramm abschmelzen. Ihr müsst Euren Körper also erstmal dazu zwingen, diese Fettreserven auch anzuzapfen. Und das geht am Besten morgens nüchtern.

Stellt Euch Eure Laufschuhe vor das Bett, so dass Ihr beim Aufstehen gleich in diese hineinfallt.

Und dann geht es auch schon los. Natürlich kostet das erstmal Überwindung. Aber sobald Ihr losgelaufen seid, habt Ihr den ersten Sieg doch schon errungen. Und das Glücksgefühl, wenn Ihr den Morgenlauf gut absolviert habt und beschwingt und energiegeladen zur Arbeit geht, während andere müde, zigarettenrauchend und missmutig Gleiches tun, ist einfach unbeschreiblich. Eure Kollegen werden erstmal verwundert sein, wenn Ihr morgens ins Büro reingeflogen kommt. Ich garantiere es Euch: wenn Ihr es dreimal hintereinander geschafft habt, morgens die Schuhe zu schnüren und loszutraben, wollt Ihr gar nicht mehr anders Euren Tag beginnen.

Denkt an unsere Vorfahren, beispielsweise die Steinzeitmenschen. Für die waren die morgendlichen Nüchternläufe Lebensbestandteil. Sonst wären sie nämlich verhungert. Die mussten morgens erst einmal jagen gehen, sonst blieb die Feuerstelle kalt. Und so kam täglich die Distanz eines Marathonlaufes zusammen, nur alleine durchs Jagen. Täglich! Und die hatten keine Kohlenhydrate, Nudelpartys, Energieriegel, Gels oder andere „Schnelle-Energie-Lieferanten“.

Deshalb: werdet zum Steinzeitmensch und tut es einfach.

Aber Nüchternläufe und LowCarb im Ausdauersport haben neben einer gesünderen Ernährung und einer langfristig besseren Leistungsfähigkeit noch völlig andere positive Effekte. Natürlich ist es überaus praktisch und zeitsparend, wenn man während eines Laufes nicht an Verpflegungsständen rumbummeln oder Geltüten auszuzeln muss. Der größte Hammer ist die Regeneration. Darauf werde ich in späteren Artikeln noch ausführlich eingehen.

Bis dahin wünsche ich Euch erstmal fröhliche Nüchternläufe und freue mich über Euer  gutes Gefühl, welches Ihr nach einem carbfreien Training haben werdet.

Liebe Grüße sendet Euch

Jörg

LOWCARB BASICS – INTENSIVKURS

Ein Kurs für:
Interessenten für gesunde Ernährung, Stoffwechselerkrankte, Autoimmunerkrankte, ein paar-Kilo-zuviel-Leidende, Sportler die eine Leistungssteigerung wünschen, Leute, die vitaler und leistungsfähiger (körperlich und geistig) werden wollen, Krebspatienten und Angehörige, Skeptiker, Therapeuten und Ernährungstrainer aller Art

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Jörg Kiel

Unternehmer I Ausdauersportler I Motivator | Coach bei JK TRAUMHAUS
„Häuserbauender Marathonläufer – marathonlaufender Häuserbauer“, außerdem Coach und Motivator in Ernährung und SportJörg Kiel – im Hauptberuf selbständig beschäftigt mit der Planung und dem Vertrieb von Häusern – entdeckte die Vorteile der LowCarb- bzw. ketogenen Ernährung mehr oder weniger im Selbstversuch und bekämpfte damit erfolgreich seine starke asthmatische Pollenallergie. Neben einer allgemein stark verbesserten Lebensqualität und 20 kg Gewichtsabnahme konnte er damit seine ausdauersportlichen Aktivitäten endlich zielgerichtet betreiben und bildete sich in Trainingssteuerung und genetisch korrekter Ernährungslehre weiter. Entgegen aller allgemeingültigen Meinungen aus der Sporternährung lief er die Marathondistanz unter drei Stunden, sowie Ultraläufe bis zu 125 km nonstop ohne jegliche Aufnahme von Kohlenhydraten.Er bezeichnet sich selbst als lebendiges Beispiel und Selbstversuchsobjekt für geballte Power, höchste Leistungsfähigkeit, Nimmermüdigkeit, Streß- und Krankheitsresistenz sowie pures Wohlbefinden durch konsequente genetisch korrekte Ernährung und artgerechte Bewegung.