Ketogene Ernährung – was ist das?

Roastbeefsalat ketogene Ernährung

Unter dem Begriff „ketogene Ernährung“ versteht man eine extrem kohlenhydrat-reduzierte Ernährung, um dem Körper vom Kohlenhydratverstoffwechsler zum Fettverstoffwechsler umzumodeln.

Ketogene Ernährung – was ist das?

Es handelt sich dabei um eine urtümliche und physiologische Ernährungsform: Kohlenhydrate als Hauptenergielieferanten stehen uns entwicklungsgeschichtlich erst seit sehr kurzer Zeit zur Verfügung – in den letzten Jahrzehnten sogar viel mehr als uns gut tut!

Ketogene Ernährung bedeutet daher eigentlich ein Zurück zum Ursprung!

Medizinisch interessant wird diese Ernährungsform nicht nur, um den Folgeschäden einer „Kohlenhydratmast“ der letzten Jahrzehnte wieder Herr zu werden, sondern wird schon seit über 100 Jahren sehr erfolgreich bei kindlicher Epilepsie aber auch Krebserkrankungen eingesetzt und empfohlen.

Was ist nun die ketogene Ernährung genau?

Es handelt sich dabei um eine sehr fettreiche, proteinoptimierte und extrem kohlenhydratarme Kost. Proteinoptimiert bedeutet, dass der individuelle Eiweißbedarf gedeckt wird (er unterscheidet sich je nach Lebenssituation, sportlicher Betätigung und Alter von Mensch zu Mensch) und der restliche Bedarf an Energie über hochwertige Fette – im Speziellen über VCO (Virgin Coconut Oil) gedeckt wird.
Die Kohlenhydratmenge wird entweder streng limitiert oder individuel angepasst. Streng limitiert bedeutet eine Vorgabe von 20-40g KH pro Tag. Individuell angepasst bedeutet, dass man die individuelle KH-Menge austestet.

In jedem Fall wechselt der Körper in den sogenannten „Fastenstoffwechsel“ ohne dabei zu hungern. Das bedeutet, der Körper bildet wie beim Fasten sogenannte „Ketonkörper“. Sie entstehen in der Leber aus Fett (entweder Körperfett oder Nahrungsfett) – unter gleichzeitigem Fehlen von Kohlenhydraten.

Energiegewinnung aus Kohlenhydraten ist für den Körper sehr einfach und unkompliziert (siehe Beitrag zur Energiegewinnung) – die Energiegewinnung aus Fetten hingegen ist etwas mühsamer für ihn. Klarerweise wird er immer auf den Kohlenhydratstoffwechsel zurückgreifen, wenn solche zur Verfügung stehen! Daher müssen die Kohlenhydrate aus der Ernährung so weit wie möglich gestrichen werden, um den Körper zur Fett-Verstoffwechslung bzw. Ketonbildung zu motivieren!

Wie wirken Ketonkörper im Körper?

Ketonkörper sind im Vergleich zu Blutglukose „Super-Spezial-Sprit“. Sie liefern dem Körper 25% mehr Energie als Glukose. Dies machen sich zahlreiche Spitzensportler (besonders Ausdauersportler) zu Nutze: die sportliche Leistungssteigerung im Keto-Stoffwechsel ist enorm!

Bemerkbar machen sich die Ketonkörper auch besonders in der schnell eintretenden geistigen Leistungsfähigkeit: unsere Gehirnzellen benötigen viel und sehr hochwertige Energie – Ketonkörper liefern diese hochwertige und saubere Energie schnell und nachhaltig! Deswegen laufen diesbezüglich gerade einige Untersuchungen bei Demenz- und Alzheimer-Erkrankten. Beachtliche Erfolge machen Hoffnung!

  • Ketonkörper sind ein „Supertreibstoff“ mit hoher Energieeffizienz – sie liefern 25% mehr Energie als Glukose (3)
  • Sie verbrennen in den Zellkernen (Mitochondrien) besonders einfach und sauber: es entstehen kaum freie Radikale (im Gegensatz zur Glukoseverbrennung) (1)
  • Sie schützen Nerven und Reizleitungen vor Ablagerungen (neuroprotektive Wirkung)
  • Sie versorgen Nervenzellen mit Energie ohne auf Insulin angewiesen zu sein
  • Sie können biochemische Abläufe, die an der Entstehung von Alzheimer beteiligt sind unterbinden (2)
  • uvam.

Was stellen Krebszellen mit Ketonkörpern an?

Die meisten Krebszellen benötigen zur Energiegewinnung und um „erfolgreich“ wachsen bzw. sich teilen zu können, Unmengen an Glukose (30x mehr als eine gesunde Zelle). Sie können zwar Ketonkörper aufnehmen, diese aber nicht effektiv verwerten. (4)
Auf diesem Umstand beruht die Empfehlung für ketogene Ernährung bei Krebs: Zufuhr von hochwertigem „Sprit“ für die gesunden Zellen bei gleichzeitiger Unterversorgung der Krebszellen.
Die ketogene Ernährung bei Krebs wird übrigens in einigen namhaften Universitäts-Kliniken erfolgreich praktiziert! (Mayo Klinik Rochester; Harvard Medical School; Johns Hopkins Univ. Baltimore; Med. Univ. Klinik Freiburg; Med. Univ. Kinik Würzburg;)

Leider gibt es noch keine wirklich „großen“ klinische Studien zu diesem Thema. In Deutschland laufen derzeit erste Studien für Brustkrebs-Patientinnen und für Glioblastom-Patienten.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass man in Zukunft noch einiges mehr über die positiven Effekte der ketogenen Ernährung hören wird!
Bei einer Fortbildung für Diätologen und Ärzte an der Univ. Klinik Innsbruck wurde man von einer Ärztin dringend aufgefordert, sich intensiver mit dieser Ernährungsform auseinander zu setzen!

(1)(Cahill; Ketoacids? Good medicine? Trans Am Clin Climatol Assoc 114:149-61; 2003)
(2) Newport; Alzheimer vorbeugen und behandeln; VAK Verlag; 2012
(3) Davis; Ketogenic Diets: A key to excellent health. Well Being Journal July/August:20-24; 2012
(4) Warburg; Über den Stoffwechsel der Tumoren: Arbeiten aus dem K-W-I für Biologie; Springerverlag; 1926
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