LOW CARB MIT KINDERN, TEIL 2 – Nutella- und Marmeladenbrot als Frühstücksgewohnheit

Im letzten und ersten Teil dieser Serie hatte ich bewußt erstmal den Daumen in die stinkende Wunde der heutigen Kinderernährung gelegt und die gravierenden, mittlerweile schon als völlig normal und alltäglich geltenden Missstände aufgezeigt. Nun will ich mich in den nächsten Teilen mal dem Gegenteil widmen und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.

Wie kann ein Alltag gestaltet werden, in dem den Kindern hochwertige, genetisch korrekte Ernährung unter Begrenzung von Mehl, Stärke und Zucker nahegebracht und schmackhaft gemacht werden kann?

Dazu eines gleich vorweg: eine dauerhafte, konstante und konsequente Umstellung der Ernährungsweise mit „LowCarb“ oder „Keto“ als generelle Lebensweise kann man mit Kindern in der Gesellschaft nicht erreichen. Es wird immer auf Kompromisse und vor allem Schadensbegrezung hinauslaufen. Denn wenn man alles verbietet und versucht, sämtliche „Give-Aways“ und nett gemeinten, süßen Geschenke zu unterbinden, werden die Kinder schnell zum Außenseiter. Verbote schlagen generell sowieso ins genaue Gegenteil um, da das Verbotene ja erst richtig interessant wird.

Man muß sich also „durchwursteln“, als Vorbild für die Sprößlinge fungieren und so oft wie möglich die Alternative zum vermeintlich Normalen, Gewohnten schmackhaft machen. Der größte Stein des Anstoßes war bei uns immer die Frühstücksmahlzeit. Ich habe jahrelang innerlich geschäumt, wenn ich zusehen durfte, wie meine Kinder von meiner Schwiegermutter beim Frühstück „angeleitet“ wurden. Weißbrot oder Aufbackbrötchen, bestrichen mit der mit Liebe selbstgekochten Marmelade mit der Extraportion Zucker oder dem lustigen, zweifarbig gestreiften Schoko-Aufstrich aus der Tube. Das führte dazu, daß die jungen Herrschaften dann auch zuhause vehement auf Nutella und „Omalade“ als Brotaufstrich bestanden. Meine Schwiegermutter schürte das Feuer weiter, in dem sie mindestens einmal wöchentlich den geliebten Fruchtaufstrich in großer Menge einfach vor unsere Haustür stellte. Das sind Argumente, da haben Sie einfach Nichts dagegen zu setzen. Bei den Hauptmahlzeiten hat man ja ganz andere Möglichkeiten, die Angelegenheit in die richtige Richtung zu lenken, aber bei einem scheinbar alternativlosen Frühstück? Es wurde für mich immer mehr zum Stein des Anstoßes und beim Gedanken, wie sich meine Kinder vor Schule und Kindergarten mit exorbitanten Zucker- und Glutenmengen vollpumpen und ihre Insulinspiegel damit zu volksfesttauglichen Achterbahnfahrten antrieben, wurde mir einfach nur noch schlecht.

Somit begann ich zunächst mit dem Selbstbacken von LowCarb-Brot zu experimentieren, da ich erstmal dem Weißbrotwahn Einhalt gebieten wollte, nach meinem internen Ranking der Grausamkeiten der größte Übeltäter. Viele, viele Versuche waren nötig, sehr oft wurden meine Bemühungen mit einem pauschalen „schmeckt nicht“ abgedankt. Aber ich bin Ausdauersportler und weiß, daß der Weg zum Ziel bisweilen hart ist. Letzten Endes fanden sich einige wenige Brotsorten, die von meinen Kindern für gut befunden wurden. Es waren zufälligerweise fast allesamt Rezepte von Daniela Pfeifer. Ihr Buttertoast, Weißbrot, Fünf-Elemente-Brot, sowie Brotstangerl, ferner Knäckebrot („mhhmmm… das knuspert so schön“) und Süßer Stuten bescherten mir dann endlich den ein oder anderen Sieg über die Weißmehlfront. Sämtliche Rezepte und Tipp zum kohlenhydratarmen Brotbacken entnehmt Ihr den beiden Büchern von Daniela Pfeifer (LowCarb Basics und LowCarb Brote&Co), die ich Euch nur wärmstens empfehlen kann.

Somit war ein Teil des Frühstücks positiv gelöst, aber die Sache mit der Marmelade und der Nuß-Nougat-Creme blieben –allein schon wegen des Gebahrens meiner Schwiegermutter- weiter unlösbar. Aber der Ansporn war weiter da und so probierte ich mich auch noch mit dem Kochen von Marmelade aus. Auch hier brauchte es mehrere Versuche, bis ich nicht nur einen kleinen Erfolg, sondern einen totalen Marmeladen-Durchbruch erzielen konnte. Hierbei zeigte sich, wie wichtig es ist, die Kinder bei der Speisenzubereitung so oft es geht mit einzubeziehen. Wenn sie beim Kochen, Backen und Rühren geholfen haben, sehen sie welche Arbeit oftmals dahintersteckt, um etwas Schmackhaftes herzustellen und ein pauschales „Schmeckt nicht“ kommt so leicht nicht über die Lippen.

Unser Rezept für LowCarb-taugliche Beeren-Marmelade:

  • 600 g Erdbeeren, Himbeeren, Waldbeeren gemischt (Tiefkühlware oder frisch)
  • 6 Blatt Gelatine
  • natürliche Süße nach Belieben, z.B. Stevia oder Erythrol

Die Gelatine fünf Minuten in kaltem Wasser einweichen. Beeren waschen, in einem Topf erwärmen und pürieren, weiter zum Kochen bringen. Den Topf vom Herd nehmen, die Gelatine ausdrücken und in die heiße Obstmasse einrühren. Dann in die Gläser füllen und diese zum Abkühlen auf den Deckel stellen – fertig. Ging sogar noch einfacher und schneller als die Schwiegermutter-Variante und meine Kinder waren begeistert.

Nur mit einer gesunden Nutella-Variante war weiterhin nichts zu machen – dachte ich. Hier wußte ich beim Experimentieren ja noch nicht mal, wo ich anfangen sollte. In einem LowCarb-Shop bestellte ich einige Scholadenaufstriche, die teilweise dem Original in Konsistenz und Geschmack sehr nahe kamen, aber sündhaft teuer waren. Der Blick auf die Zutatenliste bestärkte mich weiterhin darin, daß man so etwas auch selbst herstellen können müßte. Und wieder einmal gelang es dann erst mit Daniela Pfeifers Hilfe, deren Rezept ich etwas abwandelte:

Rezept Nutella selbst gemacht lowcarb:

  • 125 g weiche Butter
  • 2 EL Kakaopulver
  • 1 EL Eiweißpulver Schoko (z. B. von Ironmaxx)
  • 120 ml flüssige Sahne
  • 3 EL Haselnußmus (alternativ frische, geschälte und geröstete Haselnüsse)
  • etwas Vanille und Süße (z. B. Erythrol oder Xylit) nach Geschmack

Alles zusammen gut verrühren, geschmacklich etwas experimentieren – fertig. Der vorgenannte Aufstrich hat zwar eine andere Farbe und Konsistenz als das Original, geschmacklich ist er jedoch eingeschlagen wie eine Bombe.

Somit hatte ich meinen größten „inneren Reichsparteitag“ erzielt. Weißbrot ersetzt, Marmelade ersetzt und das letzte Nutella-Dogma war nun auch gefallen. Nun gibt es nur noch „Papalade“ und „Papa-Schokolade“! Die von Schwiegermutter gelieferten Unmengen an Marmeladengläsern verschenkte meine Frau sofort nach deren Eintreffen umgehend an ihre Arbeitskollegen. Mittlerweile bleiben die Schwiegermutter-Lieferungen aus, diesmal hat SIE resigniert.

Im nächsten Teil von „LowCarb mit Kindern“ werden wir die nächste Hürde im Tagesverlauf beleuchten – Frühstücks- und Pausenbrote. Seid jetzt schon auf weitere Erkenntnisse gespannt. Bis dahin wünsche ich Euch ein fröhliches LowCarb-Leben mit glücklichen, gesunden Kindern!

Viele Grüße sendet Euch

Jörg

PS: hier gehts zum Artikel „LowCarb mit Kindern – Teil1 – Bestandsaufnahme“

LOWCARB BASICS – INTENSIVKURS

Ein Kurs für:
Interessenten für gesunde Ernährung, Stoffwechselerkrankte, Autoimmunerkrankte, ein paar-Kilo-zuviel-Leidende, Sportler die eine Leistungssteigerung wünschen, Leute, die vitaler und leistungsfähiger (körperlich und geistig) werden wollen, Krebspatienten und Angehörige, Skeptiker, Therapeuten und Ernährungstrainer aller Art

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Jörg Kiel

Unternehmer I Ausdauersportler I Motivator | Coach bei JK TRAUMHAUS
„Häuserbauender Marathonläufer – marathonlaufender Häuserbauer“, außerdem Coach und Motivator in Ernährung und Sport Jörg Kiel – im Hauptberuf selbständig beschäftigt mit der Planung und dem Vertrieb von Häusern – entdeckte die Vorteile der LowCarb- bzw. ketogenen Ernährung mehr oder weniger im Selbstversuch und bekämpfte damit erfolgreich seine starke asthmatische Pollenallergie. Neben einer allgemein stark verbesserten Lebensqualität und 20 kg Gewichtsabnahme konnte er damit seine ausdauersportlichen Aktivitäten endlich zielgerichtet betreiben und bildete sich in Trainingssteuerung und genetisch korrekter Ernährungslehre weiter. Entgegen aller allgemeingültigen Meinungen aus der Sporternährung lief er die Marathondistanz unter drei Stunden, sowie Ultraläufe bis zu 125 km nonstop ohne jegliche Aufnahme von Kohlenhydraten. Er bezeichnet sich selbst als lebendiges Beispiel und Selbstversuchsobjekt für geballte Power, höchste Leistungsfähigkeit, Nimmermüdigkeit, Streß- und Krankheitsresistenz sowie pures Wohlbefinden durch konsequente genetisch korrekte Ernährung und artgerechte Bewegung.