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Ketogene Ernährung bei Krebs

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Ketogene Ernährung bei Krebs, Zusammenhänge …

Nach einer so einschneidenden Erfahrung wie der Krebsdiagnose, ist es nicht verwunderlich, dass so mancher unbedingt etwas unternehmen möchte. Aus diesem Grund versuchen viele etwas an der Ernährung zu ändern, einige wollen auf die ketogene Ernährung umstellen. Meist hat man irgendetwas von „dem Krebs den Zucker nehmen“ gehört und interpretiert dann „keine Kohlenhydrate mehr essen“ dahingehend, einfach keine Zucker- und keine Stärkeprodukte mehr zu essen. Dies ist schon das erste Missverständnis: Ketogen bedeutet nicht einfach nur „no carb“, sondern das Essen aus sehr viel Fett, moderatem Eiweißanteil und sehr wenig Kohlenhydraten zu zubereiten. read more →

Keto bei Krebs – wie fange ich an?

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Keto bei Krebs – wie fange ich an?

Der Entschluss steht fest: Ich möchte mich ketogen ernähren! Und nun? Wie fange ich an? Was brauche ich dazu? Was kann ich noch essen? Fragen über Fragen und man weiß nicht, wie man es angehen soll. Ganz einfach, loslegen, sich trauen. Jeder Mensch ist anders und daher ist für jeden ein anderer Weg der perfekte Einstieg ins ketogene Leben.

Prof. Kämmerer empfiehlt in „Krebszellen lieben Zucker – Patienten brauchen Fett“ den Verzehr von 0,25-0,5 Gramm Kohlenhydrate pro kg Körpergewicht am Tag (maximal 18-35 Gramm), 1,2-1,4 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht (maximal 84-98 Gramm am Tag) und mindestens 2,5 Gramm Fett pro Kilogramm Körpergewicht. Ich hatte anhand Ihrer Beratung das Ziel von 5-9% Kohlenhydrate der täglichen Energiemenge und maximal 21% Eiweiß in der täglichen Ernährung, der Rest Fett und das bei einer Höchstgrenze von 20 Gramm Kohlenhydraten pro Tag. Auf diese Vorgaben stellte ich nicht innerhalb von einem Tag um. Meine Ausgangssituation war eine Ernährung nach der LOGI-Methode (low glycamic index). Nach der Entscheidung zur ketogenen Ernährung reduzierte ich nach und nach die Anzahl der Kohlenhydrate bis zu einer strengen low carb Ernährung (max. 50-80 Gramm Kohlenhydrate am Tag). Am Tag X stellte ich um auf ketogen, mit bestem Gewissen.

Im Großen und Ganzen ist die Umstellung kein Hexenwerk, doch die tatsächlichen Vorgaben zu treffen und dann auch noch etwas Leckeres zu zaubern, ist am Anfang eine Herausforderung. Viele denken bei der ketogenen Ernährung an Atkins und dass man einfach viel Fleisch essen solle. Man stelle sich ein schönes Stück Rinderfiletsteak vor, mit diesem Stück Fleisch nimmt man quasi keine Kohlenhydrate zu sich! Doch wenn man sich die Nährwerte genau ausrechnet, fällt auf, dass es sich um lediglich 30% Fett und stolze 70% Eiweiß handelt. Eine äußerst fleischhaltige Ernährung wäre dementsprechend einiges von den maximal 21% Eiweiß der Vorgabe entfernt. Dieses Steak ist mit viel Kräuterbutter und kohlenhydratarmen Gemüse ein tolles Ketoessen, besser noch additiv mit gutem Olivenöl auf dem Gemüse. Wenn man im Alltag prinzipiell versucht, nicht beharrlich an die Lebensmittel zu denken, die man nach der Umstellung nicht mehr essen darf (zum Beispiel Reis, Nudeln oder Kartoffeln), sondern sich vielmehr jene Lebensmittel anschaut, deren Nährwerte passen würden, ist der erste Schritt zum Keto-Koch getan.

Die Basis für die ketogene Ernährung ist ein gutes Wissen über die Nährwerte und den glykämischen Index (Maß zur Bestimmung der Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel, je höher desto schneller steigt der Blutzuckerspiegel) der Produkte. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann man sich ein Buch über Nährwerte kaufen und darin die geeigneten Lebensmittel suchen. Gute Erfahrung habe ich mit „Die große GU Nährwert-Kalorien-Tabelle“ vom Verlag Gräfe und Unzer gemacht. Für die Nutzer moderner Technik gibt es mittlerweile ein paar hilfreiche Apps, welche die benötigten Informationen bereitstellen (zB. Glyndex) oder sogar eine Protokollierung anbieten (fddb.info). Eine weitere Möglichkeit besteht am häuslichen Computer auf den entsprechenden Homepages: www.fddb.info oder www.google.de (mit einer Suchanfrage ähnlich „Aubergine Nährwerte“) und dem Anlegen eines entsprechenden Protokolls. Wichtig zu beachten beim manuellen Ausrechnen der täglichen Verteilung ist, dass man eine kleine Rechnung erstellen muss. Die wichtige Frage am Anfang lautet: Wie viel Prozent der täglichen Energiemenge kommen aus Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett? Hierzu die wichtigsten Angaben als Berechnungsgrundlage:

  • 1 Gramm Eiweiß und 1 Gramm Kohlenhydrate entsprechen je 4,1 kcal (17 kJ),
  • 1 Gramm Fett entspricht 9,3 kcal (39 kJ) und
  • 1 Gramm Ethanol (Alkohol) entspricht 7,1 kcal (29 kJ).

So lässt sich jede Zutat/jedes Nahrungsmittel in seine Nährwertbestandteile „zerlegen“ (in Kilojoule umrechnen). Um den prozentualen Wert des einzelnen Nährwerts eines Tages auszurechnen, nehme man folgende Formel:

(„Gesamtmenge in Gramm des tägl. Nährwerts“ x „kJ-Wert für 1 Gramm des Nährwerts“) / („Gesamtenergie des Tages in kJ“)

Daraus ergibt sich dann als Beispiel folgende Formel für den Eiweißwert:

(„Gramm tägl. Eiweißmenge“ x 17) / („Gesamtenergie des Tages in kJ“)

So baut man sich am Anfang dank einer kleinen Exceltabelle eine „bilanzierte Diät“ auf. Für mich die geeignetste Variante, da ich typische Gerichte oder Mahlzeiten schon fest ausgerechnet verwenden konnte. Die Protokollierung über fddb hat wiederum den Vorteil, dass hier die einzelnen Nährwerte vorgepflegt ausgewählt werden können.

Eine permanente Protokollierung ist aufwendig und am Anfang auch stressig. Ich hatte nach ca. 6 Wochen den „Dreh raus“ und ernähre mich seitdem komplett ohne vorheriges Abwiegen. Gegebenenfalls nimmt man bis zur sicheren Anwendung diesen Aufwand auf sich, kann es einem doch die Unsicherheit nehmen. Entscheidend ist die Protokollierung nicht. Dank meiner Excel-Protokollierung stellte ich jedoch fest, dass ich zu viel Gemüse mit zu hohem Kohlenhydratgehalt zu mir nahm – so einfach war es eben doch nicht. Des Weiteren passte das Kohlenhydrat/Eiweiß/Fett-Verhältnis nicht. So begann ich als Zwischenmahlzeit Käse mit eiskalter Butter zu essen – tatsächlich besserte sich die Nährwertverteilung, meine Protokollierung zeigte das gewünschte Ergebnis und nach kurzer Zeit schmeckte Käse ohne Butter viel zu trocken. Ein wichtiger Bestandteil meines Haushalts ist das native Kokosöl (VCO) geworden. Dieses rühre ich schon Morgens in meinen Quark, um von vorne herein zu gewährleisten, zwar genug Eiweiß, aber eben auch genug Fett zu mir zu nehmen. Um meinen Cholesterinspiegel nicht zu verschlechtern, achte ich prinzipiell auf gutes Öl, zB. Olivenöl, kaltgepresstes Leinöl. Für den guten Geschmack im Salat nutze ich ab und an Haselnuss- oder Wallnussöl.

Um die Gewissheit der Ketose zu haben (ob die Leber Ketonkörper produziert), kann man diesen Wert messen (Anzahl Ketonkörper). Zum einen gibt es einen Urintest (zB. Ketostix® der Firma Bayer Vital GmbH), der Wert ist allerdings sehr ungenau, da es auf die Trinkmenge, Ausscheidung etc. ankommt. Zum anderen kann man das Blut mit Insulinmessgeräten für Diabetes Patienten testen, welche zusätzlich die Ketonmessung anbieten. Ich hatte von Beginn an Schwierigkeiten mit dem Urintest und bin immer noch sehr zufrieden mit der Blutketonmessung. Wichtig bei der Ketonmessung ist prinzipiell, dass der Wert sich bei länger andauernder Ketose verringert, da der Körper die Ketonproduktion dem Verbrauch anpasst. Gut für mich hat hier das Produkt FreeStyle Precision H (Nachfolgemodell: Freestyle Precision Neo H) der Firma Abbott GmbH & Co. KG funktioniert. Hierzu zusätzlich die Blutketonmessstreifen „FreeStyle Precision H ß-Keton-Teststreifen“ bestellen, beides entweder über Apotheken oder Amazon zu bestellen.

Bis man routiniert ist und isst, kann es in den ersten Wochen hilfreich sein, das Haus nicht hungrig zu verlassen. Ebenso hat mir in der Anfangszeit geholfen, stets eine Tüte Macadamianüsse bei mir zu haben. Immer wieder lecker und gerade für die Patienten geeignet, welche auf keinen Fall abnehmen möchten, ist Mandelmus: Im Quark zum Frühstück, mit Ei gemischt als Waffelteig, als Basis für Muffins oder mit Wasser gemixt zur Mandelmilch.

Folgende Tipps haben mir anfangs geholfen:

  • Probieren, probieren und wieder probieren
  • Kohlenhydrate schrittweise reduzieren (manch anderer mag ggf. den radikalen Schritt…)
  • Nährwerte kennen
  • Fette immer und überall hinzufügen, ggf. geschickt verstecken 😉
  • Protokoll des Inputs, dadurch Auffallen von Fehleinschätzungen
  • Messen des Outputs (Bluttest, ggf. Urintest)
  • Sich über leckere Eigenkreationen freuen
  • Entzückt feststellen, dass immer mehr Routine eintritt

Wenn Ihr nun Lust bekommen habt, den ketogenen Weg zu versuchen, fangt einfach an!

Viele Grüße sendet Euch

Eure Christiane

UNSERE KURSE ZUM THEMA LOWCARB UND VIELES MEHR ...

Wir bieten rund um das Thema LowCarb und „gesunde Ernährung“ Kurse mit vielfältigen Themen an: LowCarb Basics, Abnehmen mit LowCarb, 5-Elemente-Ernährung der TCM, LowCarb Zuckersüß, 30-Tage RESET, Ernährung bei Autoimmunerkrankungen uvm.

Mein Leben mit der ketogenen Ernährung bei Krebs

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Mein Leben mit der ketogenen Ernährung bei Krebs

Anfang 2010 stand für einen Moment die Welt still, Diagnose Brustkrebs und das im Alter von nur 27 Jahren.
Entschlossen nahm ich den Kampf gegen meinen Krebs auf und begann meine Therapien: die Behandlung mit Zytostatika (Chemotherapie), eine Operation an der Brust mit Entnahme der Lymphknoten im linken Achselbereich und die Bestrahlung dieses Bereichs. In der darauf folgenden Anschlussheilbehandlung erzählte mir zum ersten Mal ein Mitpatient, dass Zucker im Zusammenhang mit dem Wachstum von Krebszellen stehen könnte. Alle medizinischen Koryphäen in meinem Umfeld beruhigten mich Naschkatze mit den typischen Sätzen „Lassen Sie sich nicht stressen, es ist nichts bewiesen“ oder „Quälen Sie sich nicht mit so einer Diät, gönnen Sie sich ruhig etwas“.

Entsprechend änderte ich nichts Grundlegendes. Dennoch wird man nach so einer existenziellen Diagnose etwas bedachter, versucht seinen Körper aufzubauen und nicht zu stressen. Die Lebensmittel in meinem Einkaufswagen waren nun vermehrt regional geerntet, biologisch angebaut und enthielten weniger bis keine Zusatzstoffe. In Folge dessen beginnt man unweigerlich, vermehrt selber zu kochen und Speisen eigenständig zuzubereiten.

Überdies lernte ich von den Therapeuten der Rehabilitation und meinen behandelnden Ärzten, dass Sport eine sehr gute Krebsvorsorge darstellt. Die Verbrennung wird angekurbelt, Fettgewebe reduziert, welches eher negativ wirkende Hormone produziert, und das Immunsystem wird parallel verbessert. Sportlich war ich von jeher, die anhand von Studien festgesetzten Vorgaben des Präventivsports waren jedoch konsequenter. Der Patient sollte fünf mal die Woche für etwa 30 Minuten Ausdauersport betreiben. Ich setzte alle Hebel in Bewegung, um nach meiner Rehabilitation auch zu Hause eine gute sportliche Betreuung gewährleisten zu können. Während meiner Wiedereingliederung in den Berufsalltag versuchte ich täglich zu joggen. Laufen ist die einfachste Sportart, um kontinuierlich und ohne großen Umstand aktiv zu sein. read more →

Keto bei Krebs, ja oder nein?

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Keto bei Krebs, ja oder nein?

Seit dem TV Beitrag im bayrischen Rundfunk im November 2013 erreichen mich immer wieder Anfragen von Krebserkrankten, die Informationen über die ketogene Ernährung benötigen. Was ist ihre Intention? Wie kommt es zu dem Interesse? Oft gab es im Vorfeld eine erste klinische Behandlung, im schlimmsten Fall ist der Krebs zurückgekommen. Diese schwerwiegende Diagnose bekräftigt den Wunsch des Patienten, selbst etwas tun zu wollen.

Die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs sind komplex. Natürlich kann man sich nicht einfach gesund essen. Die Forschung steht hier noch am Anfang, einen eindeutigen Beweis mittels breit angelegter Studien gibt es bislang nicht. Doch das Gefühl, jeden Tag aktiv etwas für sich und gegen den Krebs zu tun, ist aufbauend und befriedigend. Was man isst und was somit in den eigenen Organismus gelangt, liegt nur an einem selbst und ist absolut steuerbar, organisierbar und kann obendrein sehr köstlich sein. read more →